Von Brocken, die bröckeln

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Bildquelle: http://www.boerneboxen.dk 

Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat. So heißt es doch im Deutschen. Abgekürzt sagt man dann: Was habe ich mir nur eingebrockt?! Das weiß ich jetzt und trotzdem verstehe ich immer noch nicht warum meine Version nicht mindestens genau so gut und verständlich ist. Mag der Zwiebelfisch noch so viel erklären und erläutern, mir entgeht ein Teil dieser Sprache immer wieder.

Das Wort Brocken steht für mich für etwas Festes, für Fels und Stein. Daher konnte ich mir lange nicht erklären was denn Felsbrocken in der Suppe machen? Also habe ich immer gesagt:

„Das habe ich mir jetzt selber eingebröckelt!“

Und das, liebe Leser, ergibt viel Sinn. Weil in die Suppe kann man höchstens Brot zu Krümmeln kleinbröckeln. So kam mindestens mein Satz zustande! Auch wenn Kollegen und Freunde immer geschmunzelt haben, hat mich lange keiner korrigiert und ich habe ungestört das neu formulierte deutsche Sprichwort immer wieder benutzt. (Das mit nutzen und benutzen ist auch ein Thema an sich, aber darüber ein anderes Mal) Bis jemand richtig hingehört hat und verwundert gefragt hat, wie ich auf so einen Unsinn komme. Damals wußte ich ja nicht, dass es falsch ist, also verstand ich meinen Fehler nicht. Ist ja auch unlogisch, dachte ich, benutzte trotzdem ab dann das „richtige“ Wort. Bis ich neulich entdeckt habe, Brocken kann ja auch was anderes bedeuten – ein Bissen oder ein Happen. Und dazu die Erkenntnis – Brot bröckelt nicht, Brot krümmelt. Und schon ist klar, dass man sich die Suppe einbrocken kann = mit Brotbrocken/-happen füllen, nicht aber die Suppe einbröckeln kann = mit eingebröckeltem Fels füllen. Das zweite wäre ziemlich unwahrscheinlich oder würde mindestens ein viel größeres Desaster darstellen, aus dem man nicht einfach mit Suppe auslöffeln herauskommt. Oder zumindest nicht mit heilen Zähnen und gesundem Magen!

10.06.2008:

Eine Freundin schickte mir zu diesem Versprecher ein Update…So falsch lag ich also damals gar nicht…es ist gar kein Versprecher dann, oder? 😉

„Das hast du dir selbst eingebrockt“, sagt man, wenn jemand selbst an etwas Schuld ist. Diese Redewendung stammt von einer alten Essensgewohnheit: Früher aßen arme Leute sehr häufig Suppe mit Brot. Wenn alle am Esstisch versammelt waren, wurde die Suppe verteilt. Das Brot aber „brockte“ – heute würde man eher sagen „bröckelte“ – sich dann jeder selbst in seine Suppe. Also musste jeder das essen, was er sich selbst „eingebrockt“ hatte.

Quelle: http://www.geo.de/GEOlino/mensch/redewendungen/deutsch/55841.html

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